Resilienz oder der biegsame Bambus

Resilienz – bist du der biegsame Bambus im Wind, oder der starre Ast, der leicht zerbricht?

Resilienz ist wie ein Muskel der Seele, wie das innere Immunsystem – oder eben wie der Bambus im Wind, der sich zwar im Sturm biegt, der sich aber danach, wenn der Sturm vorbei ist, wieder zu seiner vollen Größe aufrichtet.

Resiliente Menschen trotzen den Stürmen des Lebens, sie sehen in einer Krise eine Chance, wenn sie fallen, stehen wieder auf, schütteln sich, klopfen sich den Staub von den Kleidern und machen dann unbeirrt weiter.

Umgangssprachlich sagen wir: Er oder sie lässt sich nicht unterkriegen.

Das Glas dieser Menschen ist stets halb voll, anstatt halb leer.

Resiliente Menschen sind beruflich erfolgreicher, emotional stabiler sowie körperlich und psychisch gesünder. Bei Veränderungen passen sie sich besser an und leiden seltener an Burn-Out und Depressionen.

Resilienz ist eine Stärke, die ihre Grundlage in der Kindheit hat. Kinder, die schon früh Wertschätzung, Ermutigung und Unterstützung erfahren und sich ohne Wenn und Aber geliebt fühlen, entwickeln diese innere Stärke eher, als Kinder, die um die Liebe bangen müssen oder stets das Gefühl bekommen, sie seien nicht gut genug.

Dennoch ist Resilienz auch noch im Erwachsenenalter trainierbar.

Die Psychologie spricht von sieben Faktoren, die einen Menschen resilient machen:

  1. Akzeptanz
  2. Positive Emotionen
  3. Optimismus
  4. Positive Selbstwahrnehmung
  5. Kontrollüberzeugung
  6. Selbstwirksamkeitserwartung
  7. Soziales Netzwerk

 

An jedem dieser Punkte kannst du arbeiten, kannst ihn für dich reflektieren und verändern. Es ist nicht leicht, keine Frage, aber es ist möglich – alleine oder mit einem guten Coach an deiner Seite.

Wie du Resilienz trainierst:

  1. Akzeptanz

Zum Thema Akzeptanz passt am besten der erste Teil des bekannten Gelassenheitsgebets:

Gott gebe mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen,

die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern,

die ich ändern kann

und die Weisheit,

das eine vom anderen

zu unterscheiden.

Es geht darum, dass du etwas, was du nicht ändern kannst, hinnehmen solltest, denn alles andere ist Energieverschwendung. Wenn du aber Möglichkeiten der Veränderung in deinem Einflussbereich siehst, solltest du alles dran setzen, um positive Veränderungen herbeizuführen. Die Kunst ist, zu erkennen, bis wohin der Veränderungswille Sinn macht und ab wann du dir die Zähne daran ausbeißt.

Stelle dir ab sofort immer, wenn du dich in einer Gedankenschleife zu einem Thema befindest, die Frage: „Kann ich etwas an dieser Situation verändern?“

Wenn die Antwort „Nein“ lautet, dann lass das Thema los. Ganz bewusst und gezielt – loooooslassen!

Frage dich zudem, was das Positive, Hilfreiche an dieser Situation, die du nun annimmst, sein könnte. Auch wenn es manchmal absurd anmutet, so gut wie immer gibt es einen positiven Aspekt an einer Situation.

  1. Positive Emotionen

Du hast dich nun also gefragt, welches die positiven Aspekte einer unvermeidlichen Situation sein könnten.

Lasse das zu deinem Lebensprinzip werden. Resiliente Menschen geben grundsätzlich den positiven Emotionen mehr Raum als den negativen. Du bestimmst selbst, welchem Gefühl du Raum einräumst. Erlaube es den guten Gefühlen und verbiete es den schlechten Gefühlen. Diesen Prozess kannst du verstärken, indem du dein Gehirn in die positive Richtung bringst: überlege dir gezielt, was an deinem Tag, deiner Situation, deinem Leben alles positiv ist und notiere es dir. Nenne täglich mindestens 3 Dinge und mache dir dies zur Gewohnheit.

  1. Optimismus

Optimisten gehen davon aus, dass sich die Situation für sie zum Guten wenden wird. Dies kannst du trainieren, indem du überlegst, was es braucht, damit es sich zum Guten wendet. Fokussiere dich ganz stark darauf und male dir den positiven Ausgang so detailliert aus, wie du kannst. In der Folge wirst du sehen, dass je mehr positive Erfahrungen du machst, umso mehr wird auch dein Gehirn diese optimistischen Gedanken abspeichern. Es hat gelernt: Mein „Herrchen“ oder „Frauchen“ hat ja Recht.

  1. Positive Selbstwahrnehmung

Je mehr du dich selbst wertschätzt und je positiver und liebevoller du dich in deiner Gesamtheit beurteilst, umso stärker deine seelischen Abwehrkräfte. Du musst dich nicht zusätzlich noch schwächen, indem du dich abwertest oder kritisierst. Liebe dich, wie du bist, in guten wie in schlechten Zeiten. Ja, dies ist einer der schwierigsten Parts. Ein guter Coach wird dich auf diesem Weg gerne begleiten.

  1. Kontrollüberzeugung

Resiliente Menschen haben das Gefühl, dass sie die Kontrolle über einen Prozess haben – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Weniger resiliente Menschen fühlen sich oft als Opfer der Umstände oder anderer Menschen. Dieser Gedanke ist nicht hilfreich und schwächt dich unnötig. Die meisten Dinge, die geschehen, geschehen nicht, um dich (armes Opfer) zu treffen, sondern sie geschehen einfach. Komm heraus aus der Opferrolle und übernimm Verantwortung für dich und dein Leben. Das ist ein enorm wichtiger Schritt in Richtung Resilienz!

  1. Selbstwirksamkeitserwartung

Auch bei der Selbstwirksamkeitserwartung geht es darum, aktiv zu sein, statt passiv. Resilient Menschen gehen davon aus, dass Dinge, die sie tun, eine Wirkung haben, dass sie also Einfluss auf den Prozess oder den Verlauf haben. Sie sind sich ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten bewusst und wissen, was sie tun müssen, um einen Unterschied zu machen. Auch hier wird die Lernerfahrung den positiven Verlauf begünstigen. Je häufiger du spürst, dass das, was du tust, eine positive Wirkung hat, umso stärker wird diese Überzeugung als Selbstwirksamkeitserwartung bei dir abgespeichert.

  1. Soziales Netzwerk

Das Wissen um ein großes Netzwerk aus möglichen Unterstützern, seien es Familie, Freunde oder Kollegen, ist ein starker Resilienzfaktor. Denke darüber nach, wen du um dich hast, wer deine Freunde sind, auf wen du dich verlassen kannst. Pflege diese Kontakte aktiv und sei in guten Zeiten auf unerschütterlich für diese Menschen da. Dann wirst du auch in Krisenzeiten starke Partner an deiner Seite haben. Und das stärkt die Resilienz.

Zum Schluss möchte ich diese Faktoren noch um einen weiteren ergänzen, der auch enorm wichtig ist:

Resiliente Menschen haben den Mut, sich Hilfe zu holen, wenn sie nicht alleine weiterkommen. Dies ist eine große Stärke.

Suche dir einen Coach, der dir hilft, dich neu auszurichten, dich zu stärken oder andere Themen mit dir zu bearbeiten.

Möchtest du mehr über mein Angebot wissen?

Dann hole dir gerne ein kostenloses Klarheitsgepräch bei mir. Wir schauen gemeinsam, was du brauchst, um für dich weiterzukommen und auch, ob ich die Richtige bin, um dich dabei zu unterstützen.

Buche dein kostenloses Klarheitsgespräch hier über meinen Terminkalender:

https://Klarheitsgespraech.as.me/

Deine Katrin Faust

Bist du eine Katze?

…. und hast die sprichwörtlichen 7 Leben?

Vermutlich findest du die Frage merkwürdig, denn es ist doch glasklar, dass du keine Katze, sondern ein Mensch bist.

Ich frage nur, weil ich in den letzten Jahren verstärkt beobachte, dass viele Menschen sich so verhalten, als hätten sie nicht nur ein wertvolles Menschenleben, sondern mindestens 7.

Sie leben nie im Jetzt, immer nur im Morgen, hetzen von Termin zu Termin und sagen sich dabei ständig:

„Wenn ich erst einmal ….. (hier kommt wahlweise hinein „abgenommen habe“ / „das Projekt fertig ist“ / „meine Ausbildung abgeschlossen ist“ / „meine Kinder aus dem Gröbsten raus sind“ u.v.m.) …. dann ist alles gut, dann fange ich an zu leben!“

Aber das ist ein Irrglaube, denn wenn diese Dinge abgeschlossen sind, kommen garantiert neue Dinge, die es „erst einmal“ zu erledigen gilt, bevor „alles gut“ ist.

Und so schaffst du es wunderbar, an deinem eigentlichen Leben vorbeizuleben. Das Leben ist hier und heute – genauso, wie es jetzt gerade ist. Veränderungen kannst du nur im Jetzt vornehmen.

Mache jedes „Jetzt“ zum allerbesten Moment. Dann machst du automatisch das Beste aus deinem Leben.

Zugegeben, das ist nicht leicht. Wir sind es gewohnt, zu hetzen, zu planen, zu organisieren und auf der Überholspur zu leben. Sonst haben wir ja nicht alles im Griff.

Und natürlich kannst du auch nicht alles auf einmal verändern, das wäre nicht sinnvoll.

Aber nimm dir doch vor, immer mal wieder innezuhalten und wahrzunehmen, was jetzt gerade im aktuellen Moment ist, was du siehst, was du hörst, was du fühlst, wie es dir jetzt gerade geht.

So ermöglichst du dir, auch kleine schöne Augenblicke überhaupt wahrzunehmen. Versuche es, …

denn du bist keine Katze mit 7 Leben, sondern ein Mensch mit einem wertvollen Leben!

Möchtest du mehr über meine Arbeit erfahren? Dann buche ein kostenloses Klarheitsgespräch. Wir schauen gemeinsam, was du brauchst.

Hier kommst du zu meinem Kalender:

https://Klarheitsgespraech.as.me/

Möchtest du zum Thema Achtsamkeit weiterlesen? Ich habe einen kleinen Ratgeber geschrieben. Du findest ihn auf amazon oder direkt über diesen Link:

https://www.amazon.de/Kleiner-Ratgeber-aus-psychologischen-Praxis-ebook/dp/B078KD9RR8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1519568138&sr=8-1&keywords=achtsamkeit+faust

 

Wann bist du glücklich? Oder: Merkst du überhaupt, wenn du glücklich bist?

Ich habe kürzlich einen Film gesehen, nichts Besonderes, irgendeinen älteren, etwas kitschigen Film. Aber eine Szene hat mir lange zu denken gegeben: Ein alter Mann schaut selbstgedrehte Familienfilme von früher. Auf den Filmen sieht man ganz normale Szenen, verschiedene Menschen, eine Familie, einen Hund, balgende Kinder, Schnee, u.s.w. Der alte Mann denkt laut, während er das sieht und fragt sich:

„Wusste ich damals eigentlich, dass ich glücklich bin?“

Ich fand den Gedanken irgendwie traurig. Denn wenn ich zurückblicke, ging es mir auch oft schon so, dass ich erst viel später wusste, dass ich zu einer Zeit glücklich war.

Warum wissen wir immer erst danach, dass wir glücklich waren? Warum ist es so schwer, den Moment, in dem etwas geschieht, als glücklich zu erkennen und wertzuschätzen? Warum merken wir nicht, wenn wir glücklich sind?

Vielleicht ist ein Teil der Antwort darauf, dass wir glauben, dass Glücklichsein ein Zustand ist, in dem alles perfekt sein muss. Darum denken wir oft Dinge wie „Wenn ich erst den anderen Job habe, dann ist alles gut“ oder „Wenn mein Kind aus der Grundschule ist, dann ist alles entspannter“ oder „Wenn ich 5 Kilo abgenommen habe, dann bin ich glücklicher“ oder „Wenn wir erst mal umgezogen sind, dann kann ich das Leben genießen“. Und immer, wenn dieses „wenn, dann“ eingetreten ist, gibt es ein neues „wenn, dann“. Das hört nie auf. Bis zu einem Punkt, an dem man zurückblickt, so wie der alte Mann in dem Film, und merkt: „Eigentlich war ich doch damals glücklich.“

Was ist nun das Fazit? Das Leben ist nie perfekt und wir sind auch nicht nur glücklich, wenn alles perfekt ist. Jeder Moment hat Schönes und Trauriges. Sieh ab jetzt das Schöne bewusster. Nimm es aktiv in dich auf und sage dir: „Ich bin jetzt gerade glücklich, auch wenn nicht alles perfekt ist!“

In diesem Sinne wünsche ich allen ein glückliches, bewusstes Jahr 2018!