Ich habe kürzlich einen Film gesehen, nichts Besonderes, irgendeinen älteren, etwas kitschigen Film. Aber eine Szene hat mir lange zu denken gegeben: Ein alter Mann schaut selbstgedrehte Familienfilme von früher. Auf den Filmen sieht man ganz normale Szenen, verschiedene Menschen, eine Familie, einen Hund, balgende Kinder, Schnee, u.s.w. Der alte Mann denkt laut, während er das sieht und fragt sich:

„Wusste ich damals eigentlich, dass ich glücklich bin?“

Ich fand den Gedanken irgendwie traurig. Denn wenn ich zurückblicke, ging es mir auch oft schon so, dass ich erst viel später wusste, dass ich zu einer Zeit glücklich war.

Warum wissen wir immer erst danach, dass wir glücklich waren? Warum ist es so schwer, den Moment, in dem etwas geschieht, als glücklich zu erkennen und wertzuschätzen? Warum merken wir nicht, wenn wir glücklich sind?

Vielleicht ist ein Teil der Antwort darauf, dass wir glauben, dass Glücklichsein ein Zustand ist, in dem alles perfekt sein muss. Darum denken wir oft Dinge wie „Wenn ich erst den anderen Job habe, dann ist alles gut“ oder „Wenn mein Kind aus der Grundschule ist, dann ist alles entspannter“ oder „Wenn ich 5 Kilo abgenommen habe, dann bin ich glücklicher“ oder „Wenn wir erst mal umgezogen sind, dann kann ich das Leben genießen“. Und immer, wenn dieses „wenn, dann“ eingetreten ist, gibt es ein neues „wenn, dann“. Das hört nie auf. Bis zu einem Punkt, an dem man zurückblickt, so wie der alte Mann in dem Film, und merkt: „Eigentlich war ich doch damals glücklich.“

Was ist nun das Fazit? Das Leben ist nie perfekt und wir sind auch nicht nur glücklich, wenn alles perfekt ist. Jeder Moment hat Schönes und Trauriges. Sieh ab jetzt das Schöne bewusster. Nimm es aktiv in dich auf und sage dir: „Ich bin jetzt gerade glücklich, auch wenn nicht alles perfekt ist!“

In diesem Sinne wünsche ich allen ein glückliches, bewusstes Jahr 2018!